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Wasserkreislauf

10.03.2017

Der Kreislauf des Wassers in der Natur

Unsere Erde sieht aus dem All betrachtet blau aus. Sie heißt auch „Blauer Planet“. Das ist so, weil die Oberfläche zu 70 Prozent aus Wasser besteht. Dazu gehören Meere, Seen, Teiche, Flüsse und Bäche.

Es gibt aber nur eine ganz bestimmte Menge Wasser auf der Erde und in der Erdatmosphäre. Das heißt, das Wasser wird nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es kommt je nach Temperatur in verschiedenen Formen vor: flüssig als Wasser, gasförmig als Wasserdampf und fest als Eis. Das Wasser auf der Erde befindet sich in einem ständigen Kreislauf. Den erklärt dir dieser Artikel. Vorangestellt sind einige Definitionen.

Erdatmosphäre: Sie bildet die gasförmige, etwa 500 Kilometer hohe Hülle der Erde. In der unteren etwa 17 Kilometer starken Troposphäre befindet sich der Wasserdampf. Hier findest du alle Wetterphänomene.

Verdunstung: Das Wasser geht vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über. Es kocht aber nicht. Verdunstung läuft bei jeder Temperatur ab, jedoch langsam und an der Wasseroberfläche. Sie passiert nur, wenn die Luft darüber noch gasförmige Wasserteilchen aufnehmen kann.

Kondensation: Das ist der Übergang von gasförmigem in flüssiges Wasser. Der Wasserdampf kühlt an kalten Oberflächen ab und bildet Wassertropfen.

Wasserkreislauf_SPARKI_Regen_2017_01Nach einem Regenschauer im Sommer hast du draußen bestimmt schon Pfützen entdeckt, die bei Sonne schon nach kurzer Zeit verschwunden sind. Dieses Phänomen ist bereits Teil des Wasserkreislaufs. Die Energie der Sonne lässt nämlich Wasser verdunsten. Das passiert an der Oberfläche von Meeren, Seen, Teichen, Flüssen, Bächen und Pfützen, aber auch mit nassen Pflanzen oder Wäsche auf der Leine. Die Sonnenenergie wandelt das flüssige Wasser um in den unsichtbaren Wasserdampf. Der wird von der Luft aufgenommen und steigt mit warmer Luft hoch. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Beim Aufsteigen kühlt die Luft aber ab und der Wasserdampf kondensiert zu kleinen Wassertropfen. Dabei schließen sich die Wasserteilchen um ein Staubkorn herum zu einem Tropfen zusammen. Viele Wassertropfen zusammen bilden eine Wolke, die vom Wind bewegt wird. Die Wolke nimmt mehr und mehr Wasser auf, bis die Tropfen so schwer sind, dass sie als Niederschlag zurück zur Erde fallen, Wasserkreislauf_SPARKI_Bach_2017_01je nach Temperatur als Regen, Schnee oder Hagel. Das Wasser trifft dann wieder direkt auf Meere, Flüsse und andere Gewässer, oder es sickert in die Erde, wird zu Grundwasser und kommt irgendwo als Quelle für einen Bach wieder hervor. Auch Pflanzen nehmen einen Teil des Wassers auf. Der Kreislauf beginnt erneut mit der Verdunstung. Er wird von der Sonne ständig in Gang gehalten.

Aktuell hast du vielleicht gehört oder sogar gesehen, dass im Möhnesee im Januar 2017 nur noch etwa halb so viel Wasser war wie normal. Der Wasserstand war so gering, wie seit 10 Jahren nicht mehr. Eigentlich ist der Möhnesee bis zu 16 Meter tief, im Januar jedoch nur noch etwa 8 Meter. Experten sagen, das liegt daran, dass es von Juli bis Dezember 2016 so wenig geregnet hat, wie zuletzt vor 90 Jahren.

Jetzt denkst du vielleicht, das kann gar nicht sein, denn die Wassermenge auf der Erde bleibt ständig gleich. Und es stimmt tatsächlich beides. Die Wassermenge auf der Erde bleibt ständig gleich, aber an welcher Stelle viel Wasser verdunstet und wo viel Niederschlag zur Erde zurückfällt, ist immer vom Wetter abhängig und genau deshalb gibt es häufig große Unterschiede.


Texter(in):
Michaela Potthoff
Bildquelle(n):
Illustration - © PEPP_Design
fotolia.com - © micromonkey
fotolia.com - © Holger Schultz